Wenn die Beziehung zur eigenen Geschichte darin gesucht und erkannt wird, entsteht wieder Selbstwirksamkeit.
Nun kann man das Ereignis neu einordnen. Altes und Aktuelles betrachten. Sehen, was es über das Ich aussagt. Die hochkommenden Gefühle sortieren und erkennen welche zu einem noch unerlösten und betroffenen inneren Kind gehören.
Das Gefühlserleben in einer Triggersituation entspricht der Gefühlslage des inneren Kindes.
Oft fühlt man sich ungerecht behandelt, beleidigt, nicht gesehen, und natürlich verletzt. Das ist alt!
Allerdings haben wir mit dieser Erkenntnis auch die Möglichkeit, ein vielleicht dissoziiertes inneres Kind zu empfinden. Das ist ein wertvoller Kontakt!
Dies geschieht nicht, wenn der Triggernde bekämpft wird.
Also innehalten und schauen was da in Resonanz geht.
Eine Triggersituation ist unangenehm. Übrigens für beide Parteien. Der Verursacher wird ja mit einem (alten) Täter gleichgesetzt. Das ist unangemessen und wird oft als verletzend wahrgenommen. Es provoziert wiederum eine Reaktion: Die Konfliktspirale dreht sich.
Im Grunde helfen sich hier beide im Sinne eines eigenen Kontaktes zu etwas Unerlöstem.
Man könnte also dankbar sein und dies für die eigene Heilung nutzen. Zum Wachstum aus der Verhaftung in der eigenen Geschichte heraus.
Warum fällt das so schwer?
Hauptsächlich ist da eine meist unbewusste Angst, sich mit dem Thema, den Gefühlen darin, etc, zu befassen. Gerade bei Ursachen, die zu dem Bereich Trauma gehören, verhindert der innere Abwehrmechanismus einen Kontakt (zum inneren Kind).
Den „Feind“ im Aussen zu bekämpfen oder zu fliehen ist einfacher, als den eigenen Schmerz, die Traurigkeit oder Einsamkeit zu spüren. Vereinfachung ist ein Mittel des Überlebens.
So manches Beziehungsleben, ob Liebe oder Freundschaft, zerbricht am Triggergeschehen und dem Mangel an Selbstreflexion. Das geschieht dann auch immer wieder.
Und so entsteht der Eindruck das Leben sei ungerecht.
Dabei ist es nur ein altes Gefühl aus einer längst vergangenen Situation.
Um an das eigentliche Thema heranzugehen, ist unter Umständen auch professionelle Hilfe sinnvoll. Sie kann helfen aus der Bubble herauszukommen.
Die Trigger
Eine alte innere Verletzung wird immer dann spürbar, wenn sie von einem anderen Menschen berührt wird.
Es spielt keine Rolle, ob dies aus Absicht geschieht.
Die Motivation des Anderen wird oft nicht hinterfragt.
Wir meinen sie zu kennen: Aus der persönlichen Geschichte heraus. Sie wird so als böswillig, absichtlich oder auch als gemein eingeordnet. Doch das ist ein Irrtum. Die empfundene Verletzung ist alt und drückt so nicht das aktuelle Geschehen aus.
Die Reaktionsweisen
Ein Triggergeschehen bringt die Gefühle der alten und ungelösten Situation wieder hoch.
Sie können mächtig sein.
Dies bewirkt eine Reaktion.
Und die liegt sehr häufig im Sinne des (äußeren) Abwehrmechanismus vor.
Der Mensch reagiert also mit Wut und greift den „Täter“ an.
Oder mit Angst und weicht zurück. Beides bewirkt eine Distanzierung, auch zu den eigenen Gefühlen.
Der Triggernde wird unbewusst als machtvoll eingestuft, ganz im Sinne des ursprünglichen „Täters“, in vielen Fällen eine Autorität (Eltern).
Damit ist keine gleiche Augenhöhe gegeben. Man fühlt sich unterlegen.
Eine natürliche Reaktionsweise ist nun die Abwertung des „Gegners“.
Eine heilsame Reaktionsweise wäre die Aufwertung des (kindlichen) Anteils, der das getriggert wurde. Dazu braucht es allerdings die Selbstreflektion.
Da der getriggerte Mensch durch das Geschehen mit einer alten Verletzung konfrontiert ist, greifen Überlebensmechanismen. Die Abwertung ist eine davon.
Betroffenheit schränkt die Selbstwirksamkeit ein
Die erste Reaktion ist unumgänglich. Sie geschieht spontan.
Sie ist als Schutzmechanismus zu sehen.
Allerdings ist eine Reaktion immer unfrei. Das Du agiert.
Die Betroffenheit bringt den Menschen in die Reaktion.
Um erneut in den Modus der Aktion zu kommen, bedarf es einer neuen Perspektive auf das äußere und die Differenzierung zum inneren Geschehen.

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MENSCH UND LEBEN
DIE TRIGGER UND DIE SELBSTREFLEKTION

